Warum mir das Schreiben schwer fällt: Ein persönlicher Einblick
Kennt ihr dieses Gefühl, „perfekt und richtig“ bloggen zu wollen? Ich kenne es leider nur zu gut. Meine Freundin Tati meinte neulich zu mir, ich möchte möglichst schön schreiben. Das Geschriebene klingt dann nicht wie direkt rausgesprochen, sondern wie eine Erwartungshaltung an die eigene Wortwahl. Nun ja, ganz unrecht mag sie nicht haben.
Mir fällt das Schreiben schwer. Nur selten gab es Beiträge, die aus dem Bauch herausgeschrieben waren und auch so klangen. Da haute ich in die Tasten, ohne ans Ende zu denken. Ohne zu überlegen, wie es wohl klingen würde. Dazu zählt zum Beispiel dieser hier: „Warte nicht auf morgen, lebe jetzt!”
Hier habe ich wirklich aus dem Gefühl heraus geschrieben. Ich schrieb und schrieb. Die Tasten hörten nicht mehr auf, zu klimpern. Es war toll, weil ich nicht darauf achtete, wie sich das Geschriebene anhört. Das sollte ich öfter machen. Manchmal – oder auch ziemlich oft – weiß ich gar nicht, worüber ich bloggen soll, obwohl das Bloggen ein Teil meines Lebens ist. Und trotzdem fällt es mir so schwer. Es gab Zeiten, in denen ich ein paar Beiträge schrieb und dann hörte man Wochen oder Monate nichts mehr von mir. Das lag keinesfalls daran, dass ich das Bloggen nicht mag. Ich habe es getan, weil ich einfach keinen Plan hatte, wie und worüber ich schreiben soll. Selbst wenn ich Themen hatte, fiel es mir schwer. Nicht, weil ich nichts zu erzählen hätte, sondern weil ich nicht weiß, wie ich schreiben soll. Das klingt gerade irgendwie seltsam, ich weiß …
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Die Leichtigkeit des Bloggens zurückgewinnen
Ich möchte gerne diese Leichtigkeit zurück, die ich mal hatte. Damals, als ich meinen allerersten Blog hatte, schrieb ich ausschließlich Gedichte und Geschichten, die ich mir ausgedacht hatte und mit der Welt teilen wollte. Ich war Feuer und Flamme, doch irgendwann erlosch diese Leichtigkeit. Mir fiel es immer schwerer.
Leider erinnere ich mich an eine Sache, die ich bis heute nicht vergessen habe. Irgendwann wurde ich in einem Kommentar auf einem meiner Blogs gefragt, ob ich die deutsche Sprache nicht richtig beherrsche. Der Kommentar war mir sehr unangenehm und ich habe mich schlecht dabei gefühlt. Ich wusste zwar, dass ich Probleme mit Grammatik und Rechtschreibung habe, aber dass es so schlimm war? Seitdem nutzte ich mindestens immer den Duden Online, um meine Texte zu korrigieren. Seit es die KI gibt, lasse ich meine Texte damit korrigieren. Ich möchte jedoch betonen, dass ich sie nur „korrigieren” lasse. Meine Texte schreibe ich dennoch selbst.
Vielleicht liegt es tatsächlich an dieser Sache, ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich mich damals echt unwohl fühlte, als ich diesen Kommentar bekam. Ich weiß, dass es viele weitere Menschen gibt, die ebenfalls Probleme mit Grammatik und Rechtschreibung haben. Wie geht ihr damit um? Könnt ihr einfach losschreiben, ohne nachzudenken?


In meinen Pausen erwischte ich mich immer wieder dabei, wie ich nach meinem „Welcome Back” eine Entschuldigung hinterherschrieb. Ich versuchte, mich zu erklären, merkte aber gar nicht, dass es eigentlich Unsinn ist. Wenn ich nichts schreibe, ist es ebenso. Warum sollte ich mich dafür entschuldigen?
Der heutige Beitrag ist allerdings da, weil ich gerade das Bedürfnis habe, diesen Text zu verfassen, ohne etwas schönreden zu wollen. Ich habe diesen Beitrag nicht geplant, er ist einfach aus mir herausgekommen. So sollte es eben auch sein. ❤️🩹
🎉 🥳🎉 Ach übrigens, fast ganz vergessen. Diesen Monat wurde mein Blog stolze 3 Jahre alt! YEAH!



4 Comments
Patrick Jobst
Ich denke, dass „schwerfallen“ einfach ein Zeichen ist, dass ein Autor (m/w) eine Pause braucht. Egal, ob es der selbstgeschriebene Blogbeitrag oder ein selbstgeschriebener Beitrag für Social Media ist. Außerdem relativieren sich die Ansprüche an sich selbst zunehmend. Ich habe inzwischen beispielsweise völlig verlustfrei begonnen, alle(s) bei LinkedIn zu entfolgen oder stummzuschalten, was mit „Nicht Dings, sondern Bums“ beginnt. Denn dort schreibt kein Mensch mehr. Die Flut an Texten aus dem Sprachautomaten macht Dein Blog immer wertvoller. Alleine das sollte Dich bereits motivieren, nicht zu streng mit Dir zu sein und wieder mehr drauf los zu schreiben. Selbstgemachte Konfitüre wird mit jedem Glas Zuckerpampe aus dem Supermarkt immer köstlicher.
Saphirija
Liebe Anja,
fühl dich erstmal ganz doll gedrückt 🫂 Ich kann dich voll verstehen. Mir ging es früher auch sehr lange so. Grammatik war und ist mein persönlicher Endgegner (auch in anderen Sprachen). Es ist nicht schlimm, sich in Form von KI Unterstützung zu holen. Ich arbeite nach wie vor viel mit Word, LibreOffice und DeepL. Einfach, weil ich mich auch oft unsicher fühle.
Oft fange ich einfach an, grob über ein Thema, das mir im Kopf herumschwirrt, zu schreiben und lege schon mal einen Beitrag in WP an. Wenn ich dann nicht weiter weiß, lasse ich es ruhen bzw. „reifen” 😅 Manchmal habe ich nach Wochen einen Geistesblitz und schreibe weiter, manchmal verschwindet der Beitrag aber auch irgendwo. Das musste ich aber auch erst lernen: Mich nicht verrückt zu machen, nur damit ein Beitrag online geht. Dann ist es mal ruhiger. An meinen aktuellen Beitrag habe ich jetzt einfach mal 1 1/2 Monate gebastelt 🫣
Nur nicht aufgeben und aufhören! Ich lese deine Texte sehr gerne. 💜 Es muss nicht alles perfekt sein, aber wir streben nun mal danach 😅
Ganz liebe Grüße 💜🫂
Saphi
maipenquynh
Erst mal herzlichen Glückwunsch zum 3. Bloggeburtstag! 🎉
So ein Kommentar ist schon brutal – mich würde sowas auch sehr beschäftigen. Vor allem, weil ich weiß, dass mein Ausdruck immer etwas schräg war und wahrscheinlich auch ist. Das zu verarbeiten und hinter sich zu lassen, ist schwer.
Das Drauflosschreiben / Freie Schreiben klappt gut sobald ich mal angefangen habe. Sowohl privat (Tagebuch) als auch für den Blog. Aber gerade für den Blog ist meine Erwartungshaltung da nie, dass das so raus in die Welt kann. Dafür sind meine Gedankengänge zu chaotisch. Mir hilft da der Gedanke, dass das der „shitty first draft“ ist. Das Rumbasteln an so einem Text ist Teil meines Prozesses, den ich durchaus genieße. Wenn ich langsam sehe, wie der Text seinen roten Faden findet.
Ich finde deine Texte immer sehr gut lesbar und nachvollziehbar – das vielleicht so am Rande 🙂
Julia
Hallo Anja,
Bei mir sind auch manchmal Rechtschreibfehler im Text. Wenn ich sie bemerke (oder mich meine Mutter darauf anspricht) korrigiere ich sie. Fehler können passieren. Einen Kommentar habe ich diesbezüglich noch nicht bekommen. Vielleicht würde er mich auch treffen.
Liebe Grüße Julia