Mein Erfahrungsbericht – Wie ich zum Nichtraucher wurde
Heute möchte ich euch zeigen, wie ich es geschafft habe, Nichtraucher zu werden. Da Süchte immer triggern können, bitte ich, den Beitrag mit etwas Vorsicht zu genießen.
Heute vor genau sieben Jahren habe ich mit dem Rauchen aufgehört. Wie ich das geschafft habe? Das möchte ich euch heute erzählen. Zunächst muss ich sagen, dass ich mir auch schon etliche Jahre davor immer das Ziel gesetzt habe, mit dem Rauchen aufzuhören. Hat es geklappt? Nein. Mein innerer Schweinehund war immer stärker – zumindest dachte ich das.
Rauchen ist eine Sucht, der ich gnadenlos ausgeliefert war. Mein innerer Schweinehund sagte mir ständig: „Du schaffst das eh nicht.” Und ich habe ihm geglaubt. Ich habe mich schwach gemacht und tatenlos zugesehen, wie ich immer mehr Zigaretten am Tag geraucht habe.
Mit den Jahren wurde ich älter und habe auch etwas zugenommen. Die Angst, durch einen Rauchstopp weiter zuzunehmen, machte mir mehr Angst als die Tatsache, weiter zu rauchen. Was würden andere von mir denken, wenn ich weiter zunehme? Ich allein konnte die Tatsache schon nicht akzeptieren. Wie würden andere Menschen darauf reagieren?
Irgendwann im Jahr 2018 musste ich aufhören, ob ich wollte oder nicht. Am besten sofort. Wie immer kam mein innerer Schweinehund zum Vorschein. Tja, was mache ich nun? Ich muss, aber ich kann nicht. Mein Freund, den ich 2018 kennengelernt habe, war Nichtraucher. Er hat versucht, mich zu verstehen und mir zu helfen. Vor allem hat er mir Mitgefühl gegeben. Ich fühlte mich geborgen und wertgeschätzt.
Daher schloss ich einen Pakt. Wenn ich es schon nicht schaffe, komplett aufzuhören, so werde ich es wenigstens minimieren. An jenem Tag beschloss ich, die Zigarette nur noch zur Hälfte zu rauchen. Später dann die andere Hälfte und so weiter.
Ich merkte, dass es klappte, und rauchte von da an weniger bzw. nur noch die Hälfte einer Zigarette. Ich überlegte mir zweimal, ob ich jetzt eine rauchen wollte. Manchmal klappte es gut, manchmal weniger gut. Dennoch sah ich erste Erfolge. Mein Freund unterstützte mich weiterhin.
Mit dem Pakt beschloss ich außerdem, nur noch draußen zu rauchen. Gesagt, getan. Das erleichterte mir das weniger Rauchen. Ich rauchte immer weniger Zigaretten am Tag. Irgendwann wurden aus x Zigaretten nur noch fünf Zigaretten am Tag. Mal rauchte ich nur noch die Hälfte einer Zigarette, dann nur noch ein Drittel. Die Zeit verging… Dann kam der besagte Tag. Es war der 8. Dezember 2018.
Ich weiß es noch genau. Ich stand draußen und hielt eine Zigarette in der Hand. Doch plötzlich wurde mir schwindlig. Ich verspürte Angst, denn es war kalt draußen. Aufgrund negativer Erfahrungen in meiner Kindheit hatte ich Angst, dass ich ohnmächtig werde und niemand mich finden könnte. Diese Angst war so präsent, dass ich die Zigarette gar nicht erst anzündete. Ich bin wieder reingegangen, denn mir ging es ja nicht so gut.
Ich dachte mir: Wenn ich jetzt keine rauchen kann, dann mache ich es eben später. Aus dem „später” wurden Jahre. So unrealistisch das auch klingen mag, so ist und war es meine Geschichte. All meine Mühen davor haben nie etwas gebracht, doch der Schwindel hat mein Leben einfach mal auf den Kopf gestellt. Und das im Positiven.
Warum ich das alles hier niederschreibe? Ich denke und glaube fest daran, dass jeder Mensch aufhören kann. Manchmal ist die Zeit noch nicht reif genug und manches dauert vielleicht länger, aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Ich dachte auch niemals, dass ich es jemals schaffen würde. Doch durch Umwege schaffte ich es. Ich bin stolz auf mich und erinnere mich jedes Jahr am 08.12 daran, mit dem Rauchen aufgehört zu haben.



19 Comments
Wiebke
Ich habe schon von vielen gehört, dass das einfache Vornehmen vom Aufhören nie zum Erfolg geführt hat, aber dann ein sehr Einschneidendes Erlebnis. Ich habe (zum Glück) nie geraucht, außer mal ein paar Zigaretten auf Parties. Dabei gibt es in meiner Familie viele Raucher. Aber vielleicht war es genau das? Ich habe den Geruch einfach nie gemocht und es hat mir auch nie etwas gegeben.
Ich bin sehr stolz auf dich, dass du es geschafft hast!
Anja
Hallo Wiebke
Vielen lieben Dank 🥰 Ich bin auch sehr stolz darauf, dass ich es schon so lange durchgehalten habe.
Ich hoffe und wünsche mir, dass es auch in Zukunft so bleibt. 🙂 Ab und zu, denke ich mir, boah jetzt eine Zigarette, das wärs. NEEEE ! Keine Einzige fass ich an.
Wenn man bedenkt, wieviel Zigaretten heute kosten, wird einem ja schon schlecht.
Liebe Grüße, Anja
Kerstin
Herzlichen Glückwunsch zu 7 Jahren rauchfrei! Ich glaube so etwas funktioniert vor allem dann gut, wenn man langsam seine Gewohnheiten ändert. Mein Vater hat mit 60 Jahren aufgehört zu rauchen und er hatte Jahrzehnte lang stark geraucht. Beim ihm lief das über das Rauchfrei-online-Forum. Ich glaube, das gibt es mittlerweile nicht mehr. Aber auch da analysierte man seine eigenen Gewohnheiten. Zuerst musste man die wichtigste Zigarette streichen, die die einem besonders viel Halt in stressigen Situationen gab (z.B. die nach dem Mittagessen oder nach Feierabend), dann war die zweitwichtigste dran. Irgendwann durfte man dann nur noch in den unwichtigen Sitautionen rauchen. Man fing dann an, alle Kippen in einem Weck-Glas zu sammeln, die allerletzte Zigarette kam dann auch ungeraucht in dieses Glas. Sollte man jemals wieder den Drang haben, eine zu rauchen, muss es diese ekelige nach kalter Asche schmeckende sein. Ich glaube dieses Glas steht noch immer in seinem Arbeitszimmer. Bei ihm sind es jetzt fast 15 Jahre.
Liebe Grüße und weiter so!
Kerstin
Anja
Hallo Kerstin
Ich hatte auch mal an einer Rauchstopp-Aktion teilgenommen, bzw man hat dann ein Kalender nach Hause geschickt bekommen, seid wann man den Rauchstopp macht etc. Hat alles nie funktioniert. Die langsame Abgewöhnung war für mich tatsächlich das Beste was ich machen konnte.
Das mit dem Weck-Glass ist tatsächlich ne geniale Idee.
Und vielen dank =)
Erik
Eine tolle Leistung von dir.
Ich bin zwar nicht betroffen, aber ich glaube beim Rauchen aufhören hat jeder seine eigene Geschichte. Mit deiner Story motivierst bestimmt du auch andere mit dem Rauchen aufzuhören.
Anja
Hallo Erik
Vielen Dank 🙂 Natürlich freue ich mich, wenn andere Menschen durch meinen Beitrag motiviert sind, ebenfalls aufzuhören. Es ist kein leichter Kampf, aber ein Kampf, der sich lohnt 🥰
Liebe Grüße, Anja
Martin
Glückwunsch zu den 7 Jahren. Die beste Entscheidung deines Lebens, würd ich mal sagen. Ich weiß gar nicht, wieviel Versuche ich brauchte, um mich von den kippen zu trennen. Schlussendlich hat mir Akupunktur geholfen. Seit den 90’ern bin ich nun rauchfrei.
Anja
Hallo Martin
Danke 🥰
Ja, ist es auf jeden Fall. Das spart nicht nur Geld ein, sondern hilft auch meiner Gesundheit.
Jaaa, Akupunktur soll auch helfen, zumindest habe ich davon schon gehört.
Und jeder der versucht aufzuhören, oder es sogar ganz geschafft hat, kann stolz sein. Für mich war es auch immer eine Riesenhürde, oft ließ ich meinen Schweinehund gewinnen und ja, viel zu viel Geld verraucht….
Angela
Herzlichen Glückwunsch! Ich habe selbst nie geraucht, meine Eltern und beide Geschwister aber lange Jahre. Ich finde es beeindruckend, wenn Menschen sich wie auch immer auf ihre eigene Weise von dieser Sucht befreien.
Eine schöne Tradition, diese Freiheit am 8.12 zu feiern 🙂
Anja
Hallo Angela
Das hast du toll gesagt. Richtig, jeder hat seine eigene Geschichte.
Mal dauert die Reise zum rauchfreien Leben länger wie bei einem anderen, aber es lohnt sich, diese Reise auf sich zu nehmen 🙂
Danke schön 🥰
Anna
Hut ab! 7 Jahre ist eine krasse Leistung.
Ich habe Ende August aufgehört mit dem „qualmen“ und es gibt immer noch Tage, die mir unheimlich schwer fallen. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass ich es auch weiterhin schaffe nicht zur Kippe zu greifen.
LG Anna
Anja
Hallo Anna
Vielen Dank 🙂
Oh, also noch ganzu frisch. Dann wünsche ich dir ganz viel Erfolg! 🙂
Du schaffst das. Ich kenne diese Tage auch, selbst nach so langer Zeit, habe ich Tage, da würde ich gerne, tus aber nicht.
Ich glaube ganz fest daran, das du es schaffst! 🙂 Und wenn nicht, immer weiter versuchen.
Man darf nie aufhören, an etwas zu glauben 🙂
Sari
Manchmal brauchte s so Schlüsselerlebnisse.
Ich hab auch immer versucht zu reduzieren, mal hier oder da weg zu lassen usw… Nur auf dem Arbeitsweg. Daraus wurde die Pausenzigarette mit der Kollegin und es gab immer wieder Anlässe, so dass das reduzieren schwer fiel.
Und dann wurde ich schwanger. Und ich konnte ovn einen Tag auf den anderen die Zigarette weg lassen. Es ging immerhin um mein ungeborenes Kind und ich wollte mir hier nichts vorwerfen lassen.
Heute gibt es mal auf einer Party eine Genusszigarette, aber auch immer seltener wenn überhaupt.
Man kann also sagen,d ass ich seit knapp 15 Jahren vielleicht pro Jahr 2 Zigaretten rauche und das war es.
Und inzwischen fehlt es mir auch gar nicht mehr. Das war früher anders…
Anja
Hallo Sari
Das stimmt. Jeder findet einen Weg um Rauchfrei zu werden, man muss nur seinen Weg finden 🙂
Schön das du es auch geschafft hast.
Und 15 Jahre sind schon eine verdammt lange Zeit. Du kannst stolz auf dich sein =)
Anne
Wow, da kannst du wirklich stolz auf dich sein! Und spannend zu lesen, wie sich dein Weg weg vom Rauchen gestaltete.
Ich habe nie wirklich viel geraucht, nur ab und an mal auf Partys, und fand den Geruch immer eklig – auch danach an den Fingern. Bei mir hat Nikotin aber auch nie irgendeine Wirkung gezeigt, ansonsten hätte ich vermutlich auch mehr geraucht.
Liebe Grüße
Anne
Anja
Hallo Anne
Danke dir 🙂
Da gebe ich dir Recht, der Geruch an den Fingern war für mich selbst als Raucherin eklig xD
Tati
Bin auch stolz auf dich! <3
Das ist natürlich super, dass du es schon so lange ohne aushälst! Das hätte damals auch ganz anders enden können, aber wie wir hier sehen ist alles gut ausgegangen! Und du machst anderen sicher Mut damit, indem du deine Erfahrung weitergibst. 🙂
Anja
Hallo Tati
Dankeschön <3
Das stimmt...
Wenn ich damit anderen Mut mache, ebenfalls aufzuhören oder auch die Motivation geben konnte, dass sie es schaffen können, dann freue ich mich natürlich sehr 🙂
Jenny
Liebe Anja, ich finde es toll, dass du darüber schreibst. Ich selber habe stark reduziert, auf drei Zigaretten am Tag. Ganz aufhören ist für mich noch nicht die Alternative. Mal sehen.
Liebe Grüße!